OK, zugegeben: die Aktion war wirklich grenzwertig… Mit meiner Tochter Annett machte ich mich am 25.12. früh morgens auf den Weg und dieser Tag endete nach einer Flugreise von Hamburg nach Paris und weiter nach Abu Dhabi nach Mitternacht in unserem Hotel. Nach schmerzhaften 1 1/2h Schlaf (eigentlich tat das Wachwerden mehr weh…) machten wir uns mit dem Mietwagen auf zur Wüste nach Ghayati. Die knappen 260 km waren nahezu ohne Stau und bei maximaler Beleuchtung der Straßen gut in 3h zu bewältigen.


Rechtzeitig, gut 30min vor Sonnenaufgang kamen wir auch an und konnten noch schnell alle Instrumente aufbauen.


Ich setzte die bewährte Datenloggerstation mit 360° Kamera Ricoh Theta Z1 und 3 GoPros für jeweils Blick nach vorne, zurück und auf die ausgelegten Leinwände ein.
Außerdem natürlich wieder die MSR Datenlogger für Temperatur und Luminanz.


Für detaillierte Aufnahmen setzte ich die Canon EOS 7D MkII mit 100-400mm L-Objektiv und Telekonverter ein. Da die Sonne am Anfang noch sehr horizontnah stand, konnte ich bis zur maximalen Bedeckung ohne Sonnenfilter arbeiten. Vorsicht ist dabei geboten, schnell können falsche Einstellungen die Ausrüstung (und schlimmstenfalls das Augenlicht) zerstören. Hier klappte aber alles und wir wurden mit tollen Bildern belohnt!







Und schon hatten wir die Phase mit der maximalen Bedeckung erreicht. Die Helligkeit nahm kaum merklich ab, es waren auch nur noch 92% Bedeckung. Weiter „rangezoomt“ zeigte sich jetzt ein wirklich tolles Bild.




Beim kompletten Eintritt der Mondscheibe, dem zweiten Kontakt, zeigte sich das Perlschnurphänomen.


Zur Mitte der Bedeckung wurde die Sonnenscheibe fast zentral durch den Mond verdunkelt. Wir hatten dafür aber auch einen Beobachtungsort nahe der Zentrallinie ausgesucht.


Für den Austritt hatte ich mir etwas Besonderes überlegt: Ich nahm Belichtungsreihen auf und das kurz nacheinander. Dadurch gelang es mir das Perlschnurphänomen (Bailys Beads) bis hin zur Darstellung der Chromosphäre durchgängig aufzunehmen. Hier einmal ein Kompositbild:


Jetzt wurde es mir aber zu riskant und ich setzte den Sonnenfilter vor das Objektiv.





Natürlich durften auch die Experimente nicht fehlen. Dafür verwendete ich wieder die Schablonen, die mein Freund Carsten Lucht immer wieder sehr geduldig nach meinen Vorstellungen professionell fertigte.


Auch mit einer normalen Schaumkelle lässt sich das Prinzip der Lochkamera darstellen…


Bei einer ringförmigen Sonnenfinsternis bildetet sich in der Phase der maximalen Bedeckung durch jedes Loch ein kleiner Mond mit Lichtkranz ab.


Es durfte auch eine weitwinklige Aufnahme zur maximalen Bedeckung nicht fehlen. Hierfür setzte ich eine Canon EOS 5D Mk IV mit 14mm Objektiv auf Stativ ein. Ich nahm mehrere Belichtungsreihen auf und kombinierte daraus ein HDR-Bild.


Es war eine herrliche Atmosphäre! Wir haben das obligatorische Gruppenbild leider vergessen, dafür aber einige Aufnahmen vom Beobachtungsort gemacht.



Es kamen zwar kaum Besucher vorbei, dafür waren wir zu weit abseits der Zivilisation, trotzdem musste natürlich die Vereinsfahne gezeigt werden!


Das Ergebnis der Datenlogger zeige ich hier:


Als Videos kann ich einen Timelapse von der Sony Alpha 6000 mit SEL70300 zeigen.

Zum Schluss habe ich noch eine Aufnahme der 360° Kamera in Echtzeit – dadurch aber auch sehr lange…

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